Chronik

 

Das heutige Naturschutzzentrum Bruck an der Mur wurde 1977 durch 4
Biologiestudenten unter der Leitung von Gerd Stefanzl ins Leben gerufen.


 Damaliger Schwerpunkt war der Aufbau einer Eulen- und Greifvogelstation
zu Forschungs- und Nachzuchtszwecken, sowie der Biotopschutz. Kurzfristig
trug die damalige Biologische Station auch den Titel “Konrad-Lorenz-Institut“.

 

Mit Übernahme der Leitung durch Siegfried Prinz im Jahre 1990 wurde die
Station durch den Bau von großzügigen Volieren und Gehegeanlagen
maßgeblich vergrößert.
In dieser neuen Konzeption wurde darauf Rücksicht genommen, dass in
Hinkunft das Naturschutzzentrum als Auffangstation für geschützte Tierarten
nach den nationalen und internationalen Artenschutzabkommen fungieren
sollte.
Weiters wurde das Zentrum auch für die Öffentlichkeit zugängig gemacht.

 

1995 wurde der Trägerverein zur Förderung des Naturschutzzentrums ins
Leben gerufen, wo sich das Land Steiermark und die Stadt Bruck an der Mur
bereit erklärten, den Betrieb und die Erhaltung des Zentrums nachhaltig zu
unterstützen.  

1995 erhielt die Stadt Bruck an der Mur den Landesumweltpreis für das
Projekt Weitental.

1996  erhielt das Naturschutzzentrum den Umweltpreis der Stadt Bruck
an der Mur

2001 - Forcierung der Öffentlichkeitsarbeit durch die Errichtung eines 
Streichelzoos und diverser Rahmenprogramme.

 

Im Zuge der Landesausstellung 2006 in Bruck an der Mur wurden sämtliche
Infrastrukturen neu errichtet bzw. adaptiert.
So stehen nun auf 40.000 m2 modernste Volieren und Gehegeanlagen,
Bildungspavillons sowie ein Seminar und Erlebnisraum zur Nutzung der
vielfältigen Aufgaben zur Verfügung.

 

Im Jahr 2008 wurde das Natur­schutzzentrum Bruck an der Mur vom Land
Steiermark mit der Umsetzung des bewusst­seinsbildenden Projektes
„Luchs in der Steiermark“ beauftragt.

Im Zuge des Projektes wurde eine Fachtagung mit Teilnehmern und Referenten
aus Österreich, Deutschland und Italien an einen Tisch gebracht, ein Überblick
über die mittel­europäi­schen Luchsbestände geschaffen, Perspektiven für eine
zukünftige positive Bestandsent­wicklung des Luchses diskutiert und Strategien
für die Zukunft des Luchses unter Einbindung aller Interessensgruppen im Sinne
einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Luchs entwickelt.

Aufgrund dieser Leistungen kam es 2009 durch das Lebensministerium auch zur
Anerkennung als wissenschaftliche Institution.

2010 wurde das Naturschutzzentrum im Rahmen des Leader-Förderprogramms
vom Projektträger BIG Bruck/Mur beauftragt, das Projekt „Geheimnisse des Waldes“
zu entwickeln. Ziel war es, einen realistischeren Zugang zu den Abläufen in der
Natur zu schaffen und den Menschen das Leben im Einklang mit der Natur zu
vermitteln.

Um dem Trend hin zu Waldkindergärten, Waldschulen, Angeboten wie Naturerlebnis-
wochen oder Wildnisseminaren auch in der Hochsteiermark Rechung zu tragen, wurden
im Brucker Weitental neue Bildungsmodule zum Thema „Geheimnisse des Waldes“ entwickelt, bei denen modernste Technologien (Cybertracker) mit traditionellen Lehr-
methoden verbunden werden.

Um die Nachhaltigkeit der bestehenden Bildungsinhalte sicherzustellen bzw. diese
weiter zu entwickeln, die Kooperationsfähigkeit mit anderen Bildungseinrichtungen zu verstärken und vor allem den ethischen Grundgedanken in den Lehrbetrieb einzu-
bringen, entstand 2011 auch eine Institutionalisierung des Bildungsangebotes am Naturschutzzentrum durch eine Akademie für Natur und Ethik.

 

Die Akademie soll einen Beitrag dazu leisten, dass der Bezug zur Natur und Wildnis
wieder verstärkt im Bewusstsein der Bevölkerung verankert wird.
Im Mittelpunkt stehen eine fundierte und ganzheitliche Wissensvermittlung, das
Aufzeigen von natürlichen Zusammenhängen und das Erleben von Wirkungsweisen zwischen Natur und Menschen. Auf diese Weise sollen Teilnehmer zum verantwortungsvollen Handeln in und mit der Natur unter ethischen Gesichtspunkten angeregt werden.

Das 2011 von der Europäischen Union und Land Steiermark zu 100% geförderte
"Projekt Habichtskauz" beinhaltete neben den administrativen Tätigkeiten zum Projekt
auch den Bau von 50 Nisthilfen. Nach der erfolgten wissenschaftlichen Modellierung
bzw. Habitatsanalyse der Steiermark seitens des Institutes für Wildtierkunde der Vet-
med. Wien nach möglichen Brutplätzen bzw. Wanderkorridoren erfolgte im Jahr 2012
die überaus aufwändige Anbringung der Nisthilfen in den Bezirken Feldbach, Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Graz Umgebung sowie Bruck an der Mur und Leoben.
Zur Mithilfe am internationalen Zuchtprogramm für den Habichtskauz wurde nun auch
eine großzügige Zuchtvoliere im geschützten Bereich des Naturschutzzentrums errichtet.
Die Ausmaße der neuen Voliere beträgt rund 60 m2 und liegt damit weit über der vorgeschrieben Mindestanforderung.
Zur Steigerung des öffentlichen Interesses wurde im Oktober 2012 eine Pressekonferenz
im Grenzgebiet zu Slowenien abgehalten, die auf ein großes mediales Echo stieß. Neben einen Beitrag im ORF "Steiermark heute" kamen auch die namhaften Vertreter der Print-
medien. Besonders freute uns das Kommen von Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann sowie
dem Referatsleiter der Naturschutzbehörde Dr. Hannes Zebinger sowie Ing. Heinz
Pretterhofer als Leiter der Berg- und Naturwacht Steiermark

Zur Beurteilung der Leistungen des Naturschutzzentrums wurde im Jahr 2014 eine vom
Land Steiermark beauftragte Evaluierung durchgeführt bei der Kriterien wie Fachkompetenz, Tierhaltung, Wirtschaftlichkeit etc. penibel untersucht wurden.
Durch das äußerst positive Ergebnis des Wirtschaftsprüfers Dr. Fritz Kleiner sowie der Tierschutzombudsfrau des Landes Steiermark Frau Dr. Barbara Köck-Fiala kam es letzt-
endlich zu einer angepassten Basissubventionserhöhung seitens des Landes Steiermark.
Neben der Erhöhung wurde auch ein Teilbetrag zur Errichtung von 2 Volieren vom damaligen
Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann freigegeben.

Bei einer Besichtigung im Frühjahr 2015 verkündete Umweltlandesrat Gerhard Kurzmann, daß das Land Steiermark das Naturschutzzentrum Bruck bis 2018 künftig mit 70.000 Euro jährlich unterstützt.
Regierungskommissär Hans Straßegger, der auch Obmann des Naturschutzzentrums ist und der Leiter des Zentrums, Siegfried Prinz, freuten sich sehr über die Verdoppelung der bisherigen Förderung.
Somit war die Finanzierung des Zentrums für die nächsten 4 Jahre gesichert.

"Diese Auffangstation ist einzigartig. Andere Bundesländer blicken neidisch hierher“, sagte Landesrat Anton Lang 2016 bei einer Begehung des Naturschutzzentrums Weitental in Bruck.
Um sich weiterhin tierschutzgerecht um verletzte Wildvögel und -tiere kümmern zu können, wurde das Zentrum nun auf rechtlich abgesicherte Beine gestellt. „Wir wollen uns für die Zukunft absichern und alle Voraussetzungen als Auffang-, Pflege- und Auswilderungsstation erfüllen“, erklärte Siegfried Prinz, der das Naturschutzzentrum seit 26 Jahren leitet. Hierzu ist die Errichtung einer Quarantäne- und Krankenstation notwendig. „Die Gesamtkosten belaufen sich auf 100.000 Euro, wobei das Naturschutzzentrum 30.000 Euro in Eigenleistung erbringt“, so Lang. Das Land Steiermark finanziert die restlichen 70.000 Euro durch eine Förderung aus dem Bereich Tierschutz.

Das Jubiläum „40 Jahre Naturschutzzentrum" wurde mit einem Fest im Weitental gebührend gefeiert. Gerd Stefanzl, einst Gründer des Zentrums, berichtete über die Geburtsstunde des Naturschutzzentrums, und Johann Zebinger vom Referat Naturschutz des Landes Steiermark lobte die hervorragende Arbeit, die im Weitental seit Jahrzehnten tagtäglich geleistet wird.

Landesrat Anton Lang hob die Bedeutung des Naturschutzzentrums für die gesamte Steiermark hervor und meinte, dass andere Bundesländer „neidvoll hierher blicken". Bürgermeister Peter Koch verwies auf die stetige Weiterentwicklung des Naturschutzzentrums, das eine wahre „Perle der Natur" sei. Koch überreichte dem Leiter Siegfried Prinz und Andreas Steininger, Vorstandsmitglied des Trägervereins, für ihren stetigen Einsatz eine Ehrenurkunde der Stadt Bruck. Gemeinsam mit Lang eröffnete das Stadtoberhaupt auch die neuen Volieren für Greifvögel und Eulen, die Wasservolieren sowie eine moderne Quarantäne- und Krankenstation.
Im Rahmenprogramm demonstrierte die Wildbachverbauung eine Flutung des
Naturschutzzentrums und Kinder konnten bei „Wildniswissen" ihre Kenntnisse über die Natur unter Beweis stellen. Für die musikalische Umrahmung des Festes sorgten die Jagdhornbläser sowie die Gruppe Fiedlkouch.

Sperber