Sonntag 31. August 2014

Der Habichtskauz soll in der Steiermark nisten

Von: Von Martina Pachernegg

© Martina Pachernegg

In der Steiermark kommt es immer wieder zu Sichtungen des großen Habichtskauzes. Mit Nisthilfen soll die Ansiedelung der Eulen gelingen.


Dicht gedrängt sitzen zwei große Eulen nebeneinander auf einem Ast in einer Voliere. Kritisch beäugen sie Siegfried Prinz, der am Tor des großen Vogelkäfigs steht und leise pfeift. Der Leiter des Naturschutzzentrums Bruck-Weitental bemüht sich seit Jahren um den Erhalt, die Wiederansiedlung und die Verbreitung des Habichtskauzes in der Steiermark.
"Der Kauz lebt monogam zusammen. Das größere Tier ist stets das Weibchen, das kleine das Männchen", klärt Prinz auf. Um die Ansiedlung der großen Eulen in der freien Natur voranzutreiben, wurde ein Nisthilfenprogramm mit Monitoring ins Leben gerufen. "Wir haben Plastikmüllbehälter umgebaut, da dem Kauz in der Natur einfach viel zu oft eine natürliche Bruthöhle fehlt. Die Plastikbehälter sind groß genug für den Habichtskauz und halten lange", so Prinz. Die Behälter wurden nach dem Umbau an Bäumen in der Steiermark befestigt. "Unser Ziel ist es, die natürliche Population in Slowenien langsam mit einer künstlichen Wiederansiedlung im Bereich Dürnstein und des Wienerwaldes zu verbinden."

Die Zeichen für den Erfolg des Unterfangens mehren sich. "Wir haben in den letzten zwei Jahren etwa 15 Habichtskauzsichtungen in der freien Natur verzeichnet." Beim Monitoring im Frühjahr hat Prinz festgestellt, dass 70 Prozent der Nisthilfen von Waldkäuzen besetzt sind. "Das stimmt mich zuversichtlich. Denn dort, wo sich der Waldkauz wohlfühlt, geht es auch dem Habichtskauz gut. Der Waldkauz ist ein Indikator für den Habichtskauz", schmunzelt der Tierfreund.
Ein Bereich, der neben der Verbreitung im Vordergrund der Forschung steht, ist der mögliche Genfluss unter den Tieren. "Es ist wichtig, dass sich die Tiere zu mischen beginnen. Doch das muss von selbst geschehen. Der Mensch hat darauf nur bedingt Einfluss. Jetzt müssen wir abwarten und hoffen", erklärt Prinz.