Sonntag 28. Mai 2017

Wo Eule und Kauz aufgepäppelt werden

Von: Von Martina Pachernegg

Siegfried Prinz

© Martina Pachernegg

„Flauschi“ wurde unlängst von Schulkindern in der Südoststeiermark gerettet. Jetzt ist er mit seinem Freund „Kauzi“ im Brucker Naturschutzzentrum, das gerade umfassend erweitert wird.


Siegfried Prinz hat zur Zeit alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass er momentan das Naturschutzzentrum Bruck im Weitental um eine Quarantäne- und Krankenstation und mehrere Volieren erweitert, jetzt ist auch Hochsaison in Sachen Wildtier. „Täglich erhalte ich Anrufe, in denen mir besorgte Menschen von verletzten oder gefundenen Wildtieren berichten“, sagt Prinz.
So ist auch die Waldohreule „Flauschi“ und sein Kompagnon „Kauzi“, ein Waldkauz, ins Weitental gekommen. „Den kleinen ,Flauschi‘ haben Kinder aus der Volksschule Lichendorf in Murfeld in der Südoststeiermark in der Pause beim Spielen im eigenen Schulwald gefunden. Und bei mir fühlt er sich jetzt richtig wohl und wird aufgepäppelt“, sagt Prinz.

Bis zur Auswinterung der gefiederten Freunde dauert es aber noch. „Der Eule geht es gut. Ausgewintert werden Wildvögel aber generell erst Ende August bis Anfang September“, schildert Prinz die übliche Vorgehensweise. Bis dorthin bleiben die Vögel in seiner Obhut im Naturschutzzentrum.

September ist auch der Monat, in dem das Naturschutzzentrum im neuen Glanz erstrahlen soll. „Die große neue Voliere ist schon beinahe fertig. Auch der Umbau für die Quarantänestation läuft gut. Der Bau einer Wasservoliere steht auch noch am Programm“, schildert Prinz den Baufortschritt. Insgesamt werden 277 Quadratmeter adaptiert. „Für die Krankenstation sind es 144 Quadratmeter und 133 Quadratmeter für die Quarantänestation“, resümiert Prinz. Alle Neuzugänge in der Auswilderungsstation im Weitental werden in Zukunft etwa zwei Wochen lang in der Quarantänestation ausharren müssen, um dort die Inkubationszeit von Krankheiten abzuwarten. Danach werden sie in den entsprechenden Außengehegen untergebracht. „Grundsätzlich ist aber immer die Auswilderung das Ziel. Bei verletzten Tieren schaut sie Lage aber natürlich anders aus. Manchmal ist eine Auswilderung einfach nicht mehr möglich“, sagt Prinz.